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Der neuste Querschläger aus Bayern |
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Am 6.7.06 lieferte
das Bayerische Fernsehen in seinem
Magazin quer wieder mal eine
Verleumdungssendung über das Universelle
Leben ab. Dies gehört offenbar zum jährlichen
Pflicht-Programm des bekannten Münchner Schwarz-Senders. Moderator
Christoph Süß, der sich gerne als
besonders mutigen Journalisten feiern lässt, betete in seiner Ansage zunächst
brav einige verlogene Klischees aus der Feder kirchlicher
Verleumdungsbeauftragter herunter. Im anschließenden Filmbericht machten Barbara
Hoffmann und Katarina Schickling
das Gut Terra Nova zum Schwerpunkt des
diesjährigen Lügencocktails (vgl. hierzu: Treibjagd
auf friedliche Landwirte). Da wurde zum Beispiel frech
behauptet, die auf dem Gut lebenden Urchristen würden sich
„absondern“ – obwohl sie doch einmal im Monat die Bewohner der
angrenzenden Dörfer Hettstadt und Greußenheim
zu einem vegetarischen Stammtisch einladen. Der
Gemeinderat German K. aus Greußenheim
breitete eine große Karte aus, um zu zeigen, wie viele Grundstücke schon
zum Gut gehören. Als ob es ein Vergehen wäre, auf eigenem Grund und
Boden das größte private Biotopverbundsystem
Deutschlands aufzubauen, dessen größter Teil der Öffentlichkeit
durchaus zugänglich ist. Und das der Bayerische Rundfunk pflichtgemäß
keines Kameraauges würdigte. Gezieltes Wegsehen statt fairer
Journalismus. Dazu muss man wissen: Keller ist im Hauptberuf Polizist, ein
Kollege von Albert P., der wiederum
mit dem schießwütigen Jäger Norbert G.
um das Gut herum auf die Jagd geht. Und die Jägerlobby
sieht die Ausweitung eines Eigenjagreviers als Einschränkung
ihres blutigen Hobbies. Gram, der im Film ebenfalls als
Inquisitionsgehilfe auftrat, beklagte sich denn auch bitter über die
„Behinderung“ seiner „Arbeit“. Absoluter
Tiefpunkt des Filmbeitrags war jedoch eine Szene von einem Münchner
Wochenmarkt, wo die Querfilmer vor laufender Kamera die Kunden fragten, ob
sie denn wüssten, dass dort, wo sie gerade eingekauft hätten, eine
"Sekte" dahinterstecke.
Das Mittelalter lässt grüßen. Der
Mehrzahl der befragten Kundinnen blieb, wenn auch sichtlich verunsichert,
bei ihrer Kaufentscheidung. Doch eine Käuferin beeilte sich, zerknirscht
zu versichern, sie habe das nicht gewusst und werde auch bestimmt nichts
mehr einkaufen. So kann man auch heute noch zahlreiche Menschen mit der im
Hinterkopf reflexartig abrufbaren Drohung der Inquisition
und der ewigen Verdammnis einschüchtern
– denn im Mittelalter war es lebensgefährlich, mit einem „Ketzer“
Geschäfte zu machen. Kleiner Einschub: Als eine Zuschauerin, die mit dem Universellen Leben nichts zu tun hat, nach der Sendung in einem Brief dieses Vorgehen gegen einen Marktstand kritisierte, erhielt sie von der Quer-Redakteurin Maria Altmann die Antwort, es hätte sie "gestört", dass die Kundschaft über die "Verstrickungen" mit der "Sekte" im "Unklaren gelassen" werde. So ist das also, wenn man in Bayern einer religiösen Minderheit angehört: Wie man's macht, ist es falsch. Hängt man als Marktverkäufer seinen Glauben an die große Glocke, so verstößt man gegen die Marktordnung und muss gehen. Sagt man aber nichts darüber (und missioniert auch die Kunden in keiner Weise), dann "verschweigt" man etwas. Der Anwalt der Firma, die den Marktstand betreibt, hatte noch versucht, im Eilverfahren die Ausstrahlung des Beitrags zu verhindern, indem er auf Aussagen von Kunden hinwies, die gefragt wurden: "Wissen Sie, dass Sie hier bei einer Sekte einkaufen?", was einem Boykottaufruf gleichkomme. Sowohl das Landgericht als auch das Oberlandesgericht München lehnten dies jedoch ab, weil nicht sicher sei, ob das auch gesendet werde. Als es gesendet worden war, lehnte das Oberlandesgericht es ab, seine Entscheidung zu revidieren (und damit Wiederholungen des Beitrags zu untersagen), weil es ja ein Unterschied sei, ob gesagt werde: "Wissen Sie, dass Sie bei einer Sekte einkaufen?" oder: "Wissen Sie, dass da eine Sekte dahintersteckt?". Was sich Richter so alles einfallen lassen, um nichts gegen die Kirche und den "Kirchenfunk" unternehmen zu müssen ... Zurück
zur Sendung selbst: Besonders
scheinheilig und fast schon pfäffisch verlogen dann der Schusskommentar
von Christoph Süß: „Tja, mit
religiösen Überzeugungen gibt’s eben immer wieder mal arge
Schwierigkeiten ...“ Wer produziert denn die „Schwierigkeiten“,
unter denen religiöse Minderheiten in unserem Land immer wieder zu leiden
haben? Gäbe es nicht die kirchlichen
Rufmordbeauftragten, die bei jeder Gelegenheit das Gift der
Verleumdung in die Köpfe träufeln, dann wäre das tolerante
Zusammenleben verschiedener Glaubensrichtungen ganz selbstverständlich. Ein solcher Rufmordbeauftragter ist der lutherische Pfarrer Michael Fragner aus Uengershausen bei Reichenberg. Er führte auch diesmal, fast schon gewohnheitsmäßig, das Kamerateam des BR zu Betrieben und Häusern, in denen Urchristen leben und arbeiten. Fragner erfindet nur wenig eigene Gemeinheiten – um zu diesem Zweck menschliche Intelligenz missbrauchen zu können, müsste man sie erst einmal in ausreichendem Maße besitzen. Er stellt statt dessen einfach die Ehrabschneidungen seiner Kollegen ins Internet – und missbraucht dazu auch noch den Namen einer Kommune, nämlich eines Ortsteils der Stadt Marktheidenfeld. Wo er außerdem schon lange nicht mehr wohnt. Die Kirche missbraucht wie im Mittelalter den Staat zur Bekämpfung der „Ketzer“. Und wie im Mittelalter hat sie dazu ein Netz von Spitzeln und Denunzianten aufgebaut. Michael Fragner ist sozusagen ihr Pate. Er folgt seinem Vorbild Luther nach, der bekanntlich seine Anhänger zur Denunziation Andersgläubiger, etwa der Täufer, aufforderte. Luther schickte den „Ketzern“ den Henker auf den Hals – seine Nachfolger führen Fernsehteams zu ihnen, die dann die mediengerechte „Hinrichtung“ vornehmen sollen. |
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