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Stuttgarter Nachrichten schwingt die „Sekten“-Keule.
 

Das ist journalistische Verleumdungs-Kunst: In einer einspaltigen und nur 25 Zeilen bzw. 9,5 cm langen Zeitungsnotiz der Stuttgarter Nachrichten (4.8.06) über die religiöse Minderheit Universelles Leben brachte der Journalist Rainer W. viermal das uralte kirchliche Schimpfwort „Sekte“ unter. Anlass für diese Attacke war eine Flugblattaktion von Angehörigen dieser Minderheit in Stuttgart, wo Medien-Konzernchef  Dr. Stephan von Holtzbrinck zu Hause ist. Zum Holtzbrinck-Konzern gehören neben den Stuttgarter Nachrichten auch die Main-Post, die kurz zuvor wieder einmal in hämischer Weise über den von Angehörigen des Universellen Lebens betriebenen Bauernhof Terra Nova berichtet hatte. Tilmann T., bei der Main-Post für Intoleranz und Häme zuständig, versuchte, den Plan eines Hubschrauber-Landesplatzes auf dem Hofgelände lächerlich zu machen und lieferte gleich ein Luftbild des Hofes mit. Auf dem Flugblatt, dass daraufhin in Stuttgart verteilt wurde, war ein – allerdings weit weniger konkretes – Luftbild von Holtzbrincks Wohnsiedlung zu sehen, Holtzbrinck selbst wurde als „wichtiger Motor der Religionsunfreiheit“ bezeichnet.

Dies stellte der Medien-Mogul daraufhin prompt erneut unter Beweis, mit der erwähnten Meldung der Stuttgarter Nachrichten. Denn wer religiöse Minderheiten als „Sekten“ diffamiert, der übernimmt den Sprachgebrauch der modernen Inquisition und weckt uralte Denkmuster und Ängste in der Bevölkerung zu neuem Leben, die auf Ausgrenzung und Verächtlichmachung hinauslaufen.

Vielleicht sollte man im Gegenzug Zeitungen wie Main-Post oder Stuttgarter Nachrichten in Zukunft als „Sektierer-Zeitungen“ bezeichnen, weil sie so geflissentlich die „Groß-Sekten“ Katholisch und Lutherisch unterstützen?

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