Das Buch
 

Der Steinadler und sein Schwefelgeruch
- Das neue Mittelalter

Buch, 464 Seiten, gebunden,
mit zahlreichen Abbildungen
Euro 14,90, SFr 26,80 + Versand
ISBN 978-3-9808322-3-6

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Verlag Das Weisse Pferd:
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Kapitel 3

DIE VERFOLGUNG DER URCHRISTEN IM UNIVERSELLEN LEBEN

 

Abschnitt 11
WIE LEBEN DIE URCHRISTEN
WIRKLICH?

Kann es wirklich sein, dass Pfarrer, die ja die Zehn Gebote, insbesondere das achte Gebot, kennen müssten, über Jahre hinweg eine Lügengeschichte nach der anderen erfinden? Kann es sein, dass wirklich nichts dran ist an den Behauptungen der Kirchenvertreter über das Universelle Leben?

Diese Frage mag den einen oder anderen Leser nach den bisherigen Kapiteln bewegen. Man könnte auch fragen: Wie leben denn die Urchristen wirklich?

Die meisten Zeitgenossen, die sich mit urchristlichem Gedankengut befassen, die Bücher lesen oder den Weg nach Innen gehen, bleiben an ihrem angestammten Wohnort, bleiben in ihrer Familie, an ihrem Arbeitsplatz. Vielleicht hören sie regelmäßig urchristliche Radiosendungen, die auf allen Kontinenten in verschiedenen Sprachen empfangen werden können. Vielleicht besuchen sie ab und zu oder auch regelmäßig Veranstaltungen des Universellen Lebens, die in zahlreichen Städten des In- und Auslandes angeboten werden: Sonntags die „Kosmische Lebensschule“, die aus Würzburg über Radiosender in viele Länder der Erde sowie per Telefonleitung in die „Orte urchristlicher Begegnung“ übertragen wird. Oder Dienstag abends, wenn Gesprächsrunden zu verschiedenen Themen oder Offenbarungen des Christus-Gottes-Geistes gesendet werden. In jedem Fall müssen sie sich in keine Liste eintragen, müssen nicht Mitglieder irgendeines Vereins werden. Jeder kann frei kommen und auch frei wieder gehen. Wer sich einer anderen Gruppierung anschließt, braucht nicht befürchten, verleumdet und diskriminiert zu werden, wie das aus der Kirche Ausgetretenen immer wieder passiert. Wenn sie es wollen, können sie bei der Organisation der Treffen vor Ort mithelfen, also aktiv werden.

Wer den Weg nach Innen geht, der wendet sich zwei- bis dreimal am Tag für kurze Zeit nach innen, er betet, macht eventuell einige Aufzeichnungen in ein Tagebuch, zieht Bilanz, plant den neuen Tag. Wenn er mit jemandem einen Streit hatte, so denkt er über seinen Anteil nach, eventuell darüber, was ihn am Nächsten erregt hat und ob Gleiches oder Ähnliches auch in ihm liegen könnte. Was er in und an sich erkannt hat, das bereinigt er, indem er es bereut, seinen Nächsten um Vergebung bittet und ihm vergibt, den Schaden nach Möglichkeit wiedergutmacht und das erkannte Negative nicht mehr tut.

Nur wenige hundert Menschen bilden die Bundgemeinde

Einige wenige Urchristen – es sind bisher einige hundert – sind einen Schritt weiter gegangen. Sie verließen ihren Wohnort und zogen in die Nähe von Würzburg, um dort gemeinsam zu leben und zu arbeiten. Das ist in der Religionsgeschichte überhaupt nichts Neues: Was tun z.B. Mönche und Nonnen, die in ein Kloster gehen? Wobei das Zusammenleben der Urchristen in Wohngemeinschaften und das gemeinsame Arbeiten in Betrieben ansonsten nicht mit einem Kloster verglichen werden kann: Es ist frei. Etwas besser passt der Vergleich mit den urchristlichen Hausgemeinden der Antike – oder mit den Siedlungen von Ketzerbewegungen wie etwa der Täufer, wo mehrere Familien zusammen Bauernhöfe bewirtschaften und sich gegenseitig helfen. Doch der Reihe nach:

Wenn ein Urchrist plant, in der Gemeinschaft zu leben und zu arbeiten, dann wird er zunächst an seinem Wohnort in einem Ort urchristlicher Begegnung aktiv. Er besucht Veranstaltungen wie z.B. Seminare in Würzburg, um sich über sein Leben und seine Ziele klar zu werden. Er besucht einzelne Betriebe, schaut sich dort um*. Er wird übrigens nicht ermutigt, seinen Wohnort zu verlassen; er muss sich unter Umständen sogar kritische Fragen gefallen lassen, wenn er das plant. Er kann sich auch nicht in ein gemachtes Nest setzen: Neue Arbeitsplätze aufzubauen erfordert Pioniergeist, innere Selbständigkeit und Unternehmertum.

In den sogenannten Christusbetrieben, die also bestrebt sind, im Arbeitsleben nach den Grundsätzen der Bergpredigt und der Zehn Gebote zu wirtschaften, arbeiten nicht nur Menschen urchristlichen Glaubens, sondern auch Menschen anderen Glaubens, die diese Grundsätze bejahen. Unter der unterfränkischen Landbevölkerung spricht es sich herum, dass tüchtige Fachkräfte bei den Urchristen solide Arbeitsplätze finden können. Die Urchristen in den Betrieben haben sich Ende der 80er Jahre zur „Bundgemeinde Neues Jerusalem“ zusammengeschlossen. Bei wöchentlichen Gemeindetreffen halten sie einen Wochenrückblick und besprechen miteinander anstehende Aufgaben, sowohl was das betriebliche Geschehen angeht, als auch die Belange des Universellen Lebens. Die Entscheidungen über betriebliche Abläufe werden jedoch in den Betrieben selbst getroffen – gemeinsam von allen Mitarbeitern. Die Mitarbeiter entscheiden auch, wie der Gewinn aufgeteilt wird. In der Regel wird er dreigeteilt: Ein Drittel für Investitionen oder Erweiterungen, ein Drittel als Gewinnbeteiligung für die Mitarbeiter, ein Drittel für weiter gehende, etwa soziale Belange oder zur Förderung der Aktivitäten zum Wohle von Natur und Tieren.

Es handelt sich also bei den Christusbetrieben um betriebliche Einrichtungen auf genossenschaftlicher Basis: Jeder entscheidet mit, bringt aber auch sein volles Engagement ein; übt Kritik, wo es notwendig ist. Es gibt durchaus auch Konflikte, die aber mit Hilfe der Regeln der Bergpredigt beigelegt werden. Jeder verdient annähernd dasselbe – wer Kinder hat, erhält einen monatlichen Kinderzuschlag von rund 500 Euro pro Kind.

Positive Kommunikation aufbauen

Die Mitarbeiter treffen sich zwei- bis dreimal am Tag für einige Minuten, um den Tag zu besprechen, aber auch, um sich gemeinsam nach innen zu wenden, wobei jeder still für sich betet. Denn Urchrist sein heißt, Gott in sich zu finden. Danach kann jeder kurz sagen, wie er sich fühlt, was ihn eventuell noch bewegt, anstehende Konflikte werden geklärt. Wichtig bei der Arbeit ist eine positive, wache Kommunikation mit allem, was uns umgibt. Dies gilt zum einen für die innere Verbindung zu unseren Mitmenschen, also zu den Kunden oder zu den Patienten in der Klinik oder in der Sozialstation, zu den Schülern. Es gilt aber auch für die Kommunikation mit den Geräten, mit der Ware, mit den Pflanzen auf dem Feld. Alles ist Energie, ist Leben aus Gott und sollte dementsprechend achtsam behandelt werden.

Die Glieder der Bundgemeinde leben in Wohngemeinschaften zusammen, z.B. mehrere Alleinstehende oder zwei bis drei Familien unter einem Dach. Auch ältere Menschen leben in der Gemeinschaft, bleiben aktiv und selbständig, solange sie es wünschen und können. Bei Bedarf können sie dann in einem urchristlichen Seniorenwohnheim betreut und gepflegt werden, das, wie alle urchristlichen Sozialeinrichtungen, auch Menschen anderen Glaubens offen steht. Zum Gemeinschaftsleben gehören auch soziale Aktivitäten wie eine Speisung für Bedürftige („Wir haben für Sie zu essen“), die wöchentlich in Würzburg und einigen anderen Großstädten durchgeführt wird und für die Lebensmittelspenden aus den Betrieben der Urchristen gesammelt werden.

Für das Zusammenleben sind in der „Gemeindeordnung“ der Urgemeinden im Universellen Leben gewisse Regeln aufgestellt worden, an denen sich die Phantasien diverser Rufmordbeauftragter erhitzt haben.* Diese erweckten dann in der Öffentlichkeit den Eindruck, als ob alle Urchristen – gleich ob in der Bundgemeinde oder außerhalb – so leben müssten, wie sie es mit ihren Verdrehungen behaupteten. Deshalb sei folgendes klargestellt: Niemand muss „sein Geld abliefern“. Es wird zwar in der Gemeindeordnung angeraten, etwa den zehnten Teil seines Einkommens für gemeinnützige Zwecke zu geben, doch auch das erfolgt auf freiwilliger Basis und wird nicht kontrolliert. In den Wohngemeinschaften herrscht auch keine „Kontrolle“ des „Managements“. Wo alle gleichberechtigt sind, gibt es kein „Management“ – das können sich Kirchenvertreter natürlich nicht vorstellen. In der Gemeindeordnung wird angeraten, eine Informationstafel in der Wohngemeinschaft anzubringen, wo jeder seine Mitbewohner darüber informiert, wann er sich wo aufhält. Dies ist in jeder guten Familie üblich – weshalb dann nicht unter Menschen, die sich entschieden haben, eine Wohngemeinschaft, d.h. eine größere Familie zu bilden? Die verschiedenen Aufgaben, die in einem Haus anfallen (Putzen, Einkaufen ...), werden reihum erledigt, so dass sich jeder daran beteiligt. Schon allein dadurch kann eine Hierarchie oder „Kontrolle“ der Mehrheit durch eine Minderheit, wie sie in der Kirche oder in Diktaturen üblich ist, nicht entstehen.

Erziehung zur Freiheit

Auch wie intensiv in einer Wohngemeinschaft das Gemeinschaftsleben gepflegt wird, was man also gemeinsam unternimmt, hängt auf freiwilliger Basis von den jeweiligen Bewohnern ab. Natürlich wird auch der Kontakt zu Verwandten nicht abgebrochen, wie das vielfach behauptet wurde. Er wird sich vielleicht etwas reduzieren, aber es gibt keine „Abschottung“. Jedes Mitglied einer Wohngemeinschaft empfängt nach eigener Entscheidung Besuche, telefoniert, führt ein eigenes Konto – dies mag banal klingen, aber all dies gibt es in Klöstern meist nicht, deshalb sei es hier erwähnt. Die Kinder besuchen ihre Tanten oder Großeltern, spielen mit Nachbarskindern, auch wenn diese einen anderen Glauben haben. Die Kinder, die ja angeblich so unter dem Leben in einer „Sekte“ zu leiden haben, werden im Unterschied zu kirchlich erzogenen Kindern nicht bereits als Säuglinge zwangsweise einer Konfession einverleibt. Sie haben die Freiheit, sich ab dem 14. Lebensjahr selbst zu entscheiden, ob sie einer Glaubensgemeinschaft angehören wollen und welcher. Sie erfahren zwar in Kindergarten und Schule etwas über Gott, doch sie werden nicht gebeten oder gar gezwungen, an religiösen Veranstaltungen teilzunehmen. Urchristen wissen, dass ihre Kinder im Innersten freie Wesen und einverleibte Seelen sind, die ganz Unterschiedliches aus früheren Einverleibungen mitgebracht haben. Sie sind auch überzeugt, dass jeder Zwang nur seelische Widerstände hervorruft. Der einzige Weg, seinen eigenen Kindern etwas mitzugeben, ist letztlich das eigene Vorbild.
Es wird immer wieder behauptet, Urchristen würden ihre Kinder in Erziehungseinrichtungen abgeben und somit quasi die Erziehung aus der Hand geben. Es gibt zwar eigene Kindergärten, eine eigene Schule (S. 347 ff.), es gibt auch ein Schul-Internat, in dem – nach persönlicher freier Entscheidung – einige Kinder unter der Woche wie in einer Jugend-Wohngemeinschaft mit ausgebildeten Betreuern zusammenleben. Es gibt auch für kleinere Kinder einen Hort, wo Eltern, die beide berufstätig sind, ihre Kinder für einige Nächte in der Woche unterbringen können. Doch damit geben sie die Erziehung nicht aus der Hand. Die Eltern sind auch in diesen (eher seltenen) Fällen mit den Kindern am Wochenende und an ihren freien Tagen zusammen, halten regelmäßig Kontakt, sind auch sonst der wichtigste Ansprechpartner für ihre Kinder, und nicht etwa ein Betreuer.

Eine Zwischenbemerkung sei hier gestattet: Wer nimmt daran Anstoß, dass es z.B. in vielen israelischen Kibbuzim eigene „Kinderhäuser“ gibt?

Wie er die Vorgaben der Bergpredigt und der Zehn Gebote in seinem Leben umsetzt, darüber muss sich jeder Urchrist selbst Rechenschaft geben. Urchristen sind keine Heiligen. Jeder bringt Fehler und Schwächen mit, die nach und nach von jedem einzelnen, der Gott näher kommen möchte, bearbeitet werden sollten. Jeder Urchrist strebt in seinem Leben Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit an, er hält Maß in den Dingen und baut eine innere Selbständigkeit auf, weil Gott für ihn mehr und mehr die innere Energiequelle wird und nicht der Nächste, von dem bisher meist das erwartet und gefordert wurde, was man selbst nicht tun wollte. Ein Urchrist sucht in Konflikten seinen Anteil, schweigt aber auch nicht, wenn er Unrecht beobachtet.

Das Universelle Leben ist eine weltweite Bewegung. Deshalb leben in den urchristlichen Betrieben und Einrichtungen in und um Würzburg Menschen unterschiedlicher Nationen und Hautfarben friedlich zusammen. Urchristen sehen in jedem ihrer Mitmenschen ein Kind Gottes und bejahen das Gute in jedem Menschen, so wie sie in sich selbst das Gute zu verstärken bestrebt sind. Sie wenden das Gesetz von Saat und Ernte zwar auf ihr eigenes Leben an, indem sie sich prüfen, welche Saat sie in Gedanken und Empfindungen aussenden. Sie spekulieren jedoch nicht über die Vergangenheit anderer. Gott ist für sie ein liebender Gott, der keines Seiner Kinder in eine ewige Verdammnis schickt. Von daher wurde es vielen Menschen erst durch die urchristliche Botschaft wieder möglich, zu Gott eine persönliche, vertrauensvolle Beziehung aufzubauen – und auch zu Christus, der mit Seiner Kraft als Bruder und Freund in jedem von uns lebt.

Diese kurzen, sicherlich unvollständigen Angaben mögen hier genügen, um einmal ohne die Brille kirchlicher Verleumdungen einen Blick auf die Urchristen zu werfen. Es wird jetzt vielleicht auch klarer, weshalb die Großkirchen diese Gruppierung verleumden, ja letztlich verleumden müssen: Nicht nur deshalb, weil das Universelle Leben zu einer weltweiten Bewegung herangewachsen ist. Sondern vor allem, weil die Urchristen beweisen, wenn auch mit Anlaufschwierigkeiten, dass man nach der Bergpredigt des Jesus von Nazareth in Familie, Beruf und Gemeinschaft leben kann. Die Kirchen lehren, das sei unmöglich. Und so haben sie die Lehre Jesu der Liebe und Gewaltlosigkeit nicht nur nicht praktiziert, sondern in ihr Gegenteil verkehrt und als Deckmäntelchen für ihre heidnische Mysterienreligion missbraucht. Dies hatte für die Menschen (und übrigens auch für die Tiere) in den vergangenen 1700 Jahren furchtbare und weitreichende Folgen. So sagt der bekannte Kirchenkritiker Karlheinz Deschner, er kenne „in Antike, Mittelalter und Neuzeit, einschließlich und besonders des 20. Jahrhunderts, keine Organisation der Welt, die zugleich so lange, so fortgesetzt und so scheußlich mit Verbrechen belastet ist wie die christliche Kirche, ganz besonders die römisch-katholische Kirche“. Wer den Organisationen Kirche, also dem Stammbaum des Verbrechens, angehört, der wird versuchen, von dieser fortgesetzten Geschichte des Verbrechens abzulenken, indem er Andersgläubige in den Schmutz zieht.

Link:
Die Zehn Gebote - von Freien Christen erklärt
http://www.theologe.de/zehn-gebote.htm


 

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